Roger Köppel biedert sich Vladimir Putin an

Die Anbiederung Roger Köppels an den Kriegsverbrecher Vladimir Putin ist für einen Journalisten, der sich gerne als „Intellektuellen Weisen des Abendlandes“ darstellt, peinlich. Am sogenannten Waldai-Forum ergreift Roger Köppel die Gelegenheit Putin Fragen zu stellen und outet sich einmal mehr als grosser Putin-Versteher, was schon für sich peinlich genug ist. Aber Roger Köppel beginnt mit Putin einen Austausch über den SPD-Politiker Egon Bahr. Beide finden Egon Bahr eine „interessante, bewundernswerte Person„, Roger Köppel steigert sich im Gespräch zur Behauptung, Egon Bahr hätte eine „Vision“ verfolgt, nach der Deutschland im Kalten Krieg als Vermittler zwischen dem Westen und dem Osten hätte fungieren sollen. Putin sieht das natürlich genauso, denn im Gegensatz zu Roger Köppel weiss er ganz genau, was die wahre Rolle Egon Bahrs war in der Zeit der Kanzlerschaft von Willy Brand. Um es vorweg zu nehmen: Es war die Rolle eines von der Sowjetunion gekauften Politikers und seines Verrats aller westlicher und journalistischer Werte, die er mit Füssen getreten hat und wohl eher als grosser Verräter der westlichen Freiheit denn als „bewundernswerte Person“ gelten kann. Egon Bahr war ein absolut skurpelloser Machtmensch, der seine westlichen Mitjournalisten reihenweise an den Sowjetischen Apparat verraten hat. Um die verräterische Rolle so mancher Politiker und Journalisten um Egon Bahr verstehen zu können, müssen wir tief in die Geschichte des kalten Kriegs und der tiefgreifenden Propagandamaschine der sowjetischen Geheimdienste (Apparat) und der DDR-Staatssicherheitsbehörde (Ministerium für Staatssicherheit MfS) abtauchen. Das können wir hier nur mit einem Ausschnitt aus dem Buch Entwarnung machen, weitergehende Infos muss man aus der referenzierten, umfangreichen Literatur entnehmen:

Auszug aus dem Buch Entwarnung, Geschichte, Ursache und Wirkung des Umweltaktivismus

Im Umfeld des Kalten Krieges liess sich ein grosser Teil der vermeintlich freien, westlichen Presse in der gleichen ideologischen Verblendung vor den Karren einer unmenschlichen, gewaltbereiten und unfreien Ideologie der DDR spannen, wie sie das schon unter den Nationalsozialisten getan hat. In diesem Zusammenhang unterwanderte die westdeutsche Führung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands SPD schon früh wesentliche Nachrichtenplattformen systematisch: [L1061, Seite 74ff]

«… Auch hierüber fanden sich in von Bergs Aufzeichnungen aufschlussreiche Hinweise, von denen ohne den fleissigen Chronisten der StaSi wahrscheinlich nie jemand erfahren hätte. So teilte [Egon] Bahrs klandestiner Emissär, Klaus Ellrodt, von Berg im Oktober 1965 mit, [Egon] Bahr plane das Berliner ZDF-Studio unter Hanns Werner Schwarze zu einem ‘Zentrum der SPD-Informationspolitik’ zu machen. [Egon] Bahrs Mitstreiter in der SPD, Dietrich Spangenberg, sei jetzt Mitglied des Fernsehrats des ZDF geworden. ‘Man habe Schwarze daher fest in der Hand, weil viele Leute dessen Abberufung fordern würden. Schwarze habe vor, Sendungen über die DDR zu bringen [Sendung ‘Drüben’], aber die SPD würde dabei die Linie bestimmen. …»

Der Einfluss der SPD unter Egon Bahr zur Berichterstattung über die DDR ging noch weiter. Die als «Kalte Krieger im Westberliner Journalismus» bezeichneten Westjournalisten, die kritisch über die DDR berichteten, wurden regelrecht weggemobbt. Egon Bahr versprach sich von einer positiven Berichterstattung über den Kommunismus des Ostblocks auch Vorteile für die SPD. In Zusammenarbeit mit den Staatssicherheitsbehörden der DDR wurden solchen «Kalten Kriegern» Einreiseverbote in die DDR erteilt, damit die DDR- und SPD- genehmen Journalisten eine Monopolstellung innerhalb der westlichen Medienredaktionen erhalten konnten. Auf diese Weise wurde die Redaktion des «Telegraf» umgebaut. Der kritisch berichtende Journalist René Bayer verlor darauf seine Position bei der Zeit und vorher bei der Süddeutschen Zeitung. Dem Korrespondenten des «Kölner Stadtanzeigers», Hans-Ulrich Kersten geschah das Gleiche. Er wurde auch noch aus anderen Medien verbannt. Das erklärte Ziel der Agitationsgruppe um Egon Bahr, Dietrich Spangenberg und Willy Brandt war der vollständige Austausch von kritischen «Kalten Krieger» mit «jungen, wendigen Journalisten im Westberliner Journalismus». Die Staatssicherheit der DDR musste nur die Fäden ziehen, der Rest der raffiniert aufgegleisten Sowjetpropaganda haben die westlichen Sozialdemokraten gleich selber erledigt.

Regierung Brandt und ihre DDR-Hofberichterstattung

In der Folge der naiven und einseitigen Entspannungspolitik der sozialdemokratischen Regierung Brandt verhandelte der Delegationsleiter Egon Bahr einen Vertrag aus, der die Zusammenarbeit zwischen westlicher Berichterstattung und den ostdeutschen Behörden regeln sollte. Die im Februar 1973 von der DDR erstellte Korrespondentenverordnung schrieb die Regeln der Berichterstattung durch Westjournalismus fest: [L1061, Seite 76]

«Die SED sorgte von Anfang an dafür, dass die westlichen Journalisten nicht ausser Kontrolle gerieten. Mit Zustimmung der Bundesregierung wurde die einschränkende Formulierung ‘im Rahmen ihrer geltenden Rechtsordnung’ in den Briefwechsel aufgenommen – ein Zusatz mit folgenschweren Wirkungen. In der im Februar 1973 von der DDR erlassenen Korrespondentenverordnung wurden die Berichterstatter nämlich verpflichtet, ‘Verleumdungen oder Diffamierungen der Deutschen Demokratischen Republik, ihrer staatlichen Organe und ihrer führenden Persönlichkeiten sowie der mit der Deutschen Demokratischen Republik verbündeten Staaten zu unterlassen’. Ausserdem hatten sie ‘wahrheitsgetreu, sachbezogen und korrekt zu berichten sowie keine böswillige Verfälschung von Tatsachen zuzulassen’ und ‘die gewährten Arbeitsmöglichkeiten nicht für Handlungen zu missbrauchen, die mit dem journalistischen Auftrag nichts zu tun haben’.»

Die CDU/CSU hielt daraufhin der sozialliberalen Bundesregierung und ihrem Unterhändler Egon Bahr vor, ‘schlampig und unbekümmert’ verhandelt zu haben. Es war offensichtlich, dass ein von der DDR akkreditierter Journalist nichts anderes tun konnte, als Hofberichterstattung im Sinne der DDR zu betreiben. Man muss es der Regierung Brandt vorwerfen, dass diese von ihr akzeptierten Einschränkungen den Missbrauch des westlichen Journalismus für Propagandazwecke nach sich ziehen musste. Aber die SPD unter Willy Brandt hatte schon vor der Übernahme der Regierung hinter dem Rücken der westdeutschen Regierung unter der CDU/CSU Zusagen an die SED gemacht, «wenn diese der SPD auf deutschlandpolitischem Gebiet entgegenkäme». Es ging dabei um die Anerkennung der DDR. Die Drahtzieher hinter dieser Nebendiplomatie waren der Berliner Senatspressechef Egon Bahr und der Leiter der Senatskanzlei, Dietrich Spangenberg, beide im Auftrag von Willy Brandt.

«Eine Schlüsselrolle spielte dabei – vor allem in den sechziger Jahren – eine kleine Gruppe westdeutscher Journalisten, die für die Sozialdemokraten auf diskrete Weise geheime Mitteilungen von und nach Ostberlin übermittelten. Zu ihnen gehörten unter anderem der Zeit-Korrespondent Hansjakob Stehle, der ZDF-Mitarbeiter Klaus Ellrodt, der Spiegel-Korrespondent Karl Heinz Vater, der WDR-Journalist Peter Bender und der spätere RIAS-Chefredakteur Dettmar Cramer, die zum Teil über Jahre als ‘Verbindungsleute’ fungierten.» [L1061, Seite 108]

Der Chef der Berliner Senatskanzlei, Dietrich Spangenberg und die SED hatten schon früh engen Kontakt, den die SPD schamlos auszunutzen gedachte. Über seinen SED-Kontaktmann Hermann von Berg teilte er der SED im Mai 1966 mit:

 «Er, Spangenberg, sei sehr dafür, die CDU an die Wand zu quetschen – jawohl, auch mit Hilfe der SED. […] Ihnen sei klar, es gibt nur den Weg der Konföderation [mit der DDR]». [L1064, Seite 31]

Die einzig anständige Reaktion auf diese journalistische Beeinflussung durch die Staatssicherheitsbehörden der DDR wäre jeglicher Verzicht auf eine Zusammenarbeit gewesen. Aber die westliche Politik unter Willy Brandt und mit ihr die meisten Medienhäuser entschieden sich zu Anbiederung und verlogener Beschönigung eines unmenschlichen, undemokratischen und die Freiheit ganz Europas gefährdenden Unterdrückungssystems sowjetischer Ausprägung. Die der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands SPD nahestehenden Journalisten aus Westdeutschland haben hinter dem Rücken der bürgerlichen Regierung Westdeutschlands unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (1966-1969) gegen die Interessen ihres Landes gehandelt, um den westdeutschen Sozialdemokraten unter Willy Brandt politische Vorteile zu verschaffen. Diese politisch einseitige Haltung sollte den deutschsprachigen Journalismus bis heute prägen und die systematisch befangene Berichterstattung in den deutschsprachigen Medien der heutigen Zeit begründen.

Ende Auszug Buch Entwarnung und Fazit

Roger Köppel wird zunehmend zum Vertreter eines Journalismus, der die neue rechtspopulistische Ideologie einer AfD und mindestens in Teilen auch der SVP vertritt, die eine Anbiederung an die russischen Kriegsverbrechen aus Gründen einer „neutralen Haltung“ gegenüber Russland betreibt. Diese Geister meinen ernsthaft, man müsse mit Putin und seiner Armee von Kriegsverbrechern, Antidemokraten und Meinungsunterdrückern einen „Dialog“ führen.
Wie soll man einen ernsthaften Dialog führen mit einem autokratischen Diktator, der den offenen Dialog in seinem gesamten persönlichen Umfeld, in seiner Armee und im gesamten russischen Einflussgebiet als persönlicher Angriff gegen sich selber (Putin) und gegen eine imaginäre „grosse Nation Russland“ empfindet? Eine Nation, die seit ihrer wenig ruhmreichen Entstehung aus der Oktoberrevolution 1917 bis heute vor allem durch die Inhaftierung, Folterung und Ermordung von Millionen von Menschen aufgefallen ist, den Menschen, die sich in diesem Russland für einen Dialog zwischen den machthabenden Apparatschiks und dem Volk eingesetzt haben und bei der geringsten Abweichung dieses Volkes von einer kommunistischen Doktrin mit dem simplen Schnippen eines Diktatorfingers auf brutalste Weise „entfernt“ wurden.

Roger Köppel hat ein grosses Wahrnehmungsproblem mit Putin und seinem Russland. Er sollte sich schleunigst hinter ein paar wichtige, historische Werke setzen zum Thema Egon Bahr, Lenin, Stalin, Apparat, Stasi und DDR im Zusammenhang mit Journalismusgeschichte und der Beziehung der Sowjetunion, Russland und dem Westen. Das heutige Russland, lieber Roger Köppel, ist keine dialogfähige Nation, war sie wohl nie seit 1917 und ihr Kaiser Vladimir Putin wird es ganz bestimmt nimmermehr!

Der einzig gangbare Weg zu einer Lösung und Verbesserung der Situation mit Russland ist erstens massive, militärische Abschreckung durch den Westen und danach die Hoffnung auf einen besseren Gorbatschow als Nachfolger des Kriegsverbrechers Putin, um das Vertrauen des Westens in Russland aufzubauen und die aktuell aggressive Kultur Russlands in eine friedliche Form zu entwickeln. Das kann nachhaltig nur geschehen, wenn die gesamte russische Gesellschaft von der Geisteskrankheit namens Kommunismus vollständig befreit ist. Es geschieht garantiert nicht damit, dass man Putin Zucker in den Hintern bläst, sich als „Versteher“ aufplustert, um wie es Roger Köppel mit Überzeugung tut, keine Ahnung vom schlechten Charakter des russischen Bären zu haben.

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