Seit den ersten Tagen der politischen Agitation gegen westliche Lebensweise und Technik verwendet die Sowjetunion ihren Propagandaapparat, um über den Weg der westlichen Friedensbewegung Einfluss auf die Politik zu nehmen. Nachdem die Bedrohung durch einen Atomkrieg mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der darauffolgenden Abrüstung vieler Atomsprengköpfe ab 1989 stark abnahm, fokussierte sich die Friedensbewegung zunehmend auf den Kampf gegen die zivile Nutzung der Atomkraft. Ostermarschierer, Friedensbewegung und Atomkraftgegner bildeten schon seit ca. 1960 einen relativ einheitlichen Pool von Aktivisten, der sich einseitig gegen den wirtschaftlichen Aufschwung des Westens gerichtet hat und nachweislich logistisch, politisch und finanziell durch Agenten der Sowjetunion unterstützt wurde. Diese Aktivisten standen damals und stehen noch heute dem gesellschaftlichen System eines leninistischen Kommunismus nahe und teilten sich von Beginn weg eine christlich-moralisch begründete Ideologie der Gewaltfreiheit. Mit der Jugendrevolution der 1966-er Jahre entwickelten diese Geister eine weltweit beachtete Ideologie der Übermoral, die bald Züge einer Sekte annahm und zunehmend mit weltfremden und unwissenschaftlichen Argumenten auftrat. Diese Bewegung transformierte sich in den 1980-er Jahren in vielen Organisationen und Parteien. Greenpeace entstand als führende Umweltschutzorganisation, linke Parteien wie Grüne, Jungsozialisten und Sozialdemokraten rissen sich die Themen Umweltschutz und Weltenrettung unter den Nagel und bauten es als Basis ihrer zukünftigen Propaganda auf. Die Mittel und Methoden übernahmen sie vom Sowjetischen Apparat, der schon im kalten Krieg darauf spezialisiert war, westliche Gesellschaften der Marktwirtschaft zu unterwandern. Der Einfluss des sowjetischen Apparats auf die frühe Friedens- Umwelt- und Antiatombewegung während des kalten Kriegs ist gut dokumentiert und gilt als empirisch nachgewiesen. Es ist anzunehmen, dass das aktuelle Russland unter Vladimir Putin die exakt gleiche Logistik anwendet, um den Westen zu beeinflussen, wie damals.
Die auffällige Linkslastigkeit der westlichen Medienlandschaft begründet sich in dieser Zeit. Denn eines der erklärten Ziele der Friedensbewegung war der „Marsch durch die Institutionen„. Dieser vom „Studentenführer“ Rudi Dutschke formulierte und geforderte Ansatz wurde von den Bürgerlichen Parteien arrogant belächelt. Der Marsch durch die Institutionen ist aber wohl das einzige Versprechen der damaligen Friedens- und Umweltbewegung, das erfolgreich umgesetzt wurde. Die Institution „Medien“ ist heute fest in der Hand der Erben dieser Bewegung. Wir sehen das täglich an der auffällig einseitigen und unwissenschaftlichen Berichterstattung in Fernsehen, Internet und Tagespresse. Auch viele Wissenschaftliche Institutionen wie Universitäten und Forschungseinrichtungen sind davon betroffen. Unwissenschaftliche Agendawissenschaft sind die Folge dieser systematisch vorangetriebenen Übernahme der seither schamlos reklamierten Bedeutungshoheit durch als Wissenschaftler getarnte Umweltaktivisten.
Ein aktuelles Beispiel finden wir diese Tage auf der Medienplattform „Focus Online„. Der reisserische Titel lässt schon vermuten, dass es hier weniger um Information als um bewusste Desinformation gehen muss:
„67 Jahre nach Atomunfall berichten Anwohner von Krankheiten“
Das US Energiedepartement erklärt diesen „Atomunfall“ wie folgt: [B3064]
Übersetzung: „Der SRE-Unfall ereignete sich im Juli 1959, als es zu einer versehentlichen teilweisen Blockade des Natriumkühlmittels in einigen der Reaktorkühlkanäle kam. Dies führte zum teilweisen Schmelzen von 13 der 43 Brennelemente des Reaktors und zur Freisetzung einiger Spaltprodukte, die das primäre Reaktorkühlsystem und einige Innenräume der Anlage kontaminierten. Alle Reaktorsicherheitssysteme funktionierten ordnungsgemäß, und der Reaktor wurde sicher heruntergefahren. Der Primärdruckbehälter, der den Reaktorkern und das Natriumkühlmittel enthält, blieb intakt. Unter der Aufsicht der Atomenergiekommission (AEC) wurde die Kontamination im Gebäude gereinigt; die Brennelemente des Reaktors wurden danach entfernt, untersucht und im RMDF gelagert. (Später wurden sie im Hot Lab ausgepackt, und Brennstoff sowie Ummantelung wurden zu einer von der AEC genehmigten Entsorgungsanlage versandt). Eine zweite Brennelementebeladung wurde eingesetzt, und der Betrieb wurde fortgesetzt, bis der Reaktor im Februar 1964 aufgrund der Projektbeendigung heruntergefahren wurde.„
Typisch für die Berichterstattung als Fake – News ist immer das systematische Fehlen wichtiger Elemente, die den Unfall für den Leser überhaupt beurteilbar machen könnten: So fehlen bei Focus Online alle Informationen zu den radioaktiven Elementen und selbstverständlich jede Mengenangabe dazu. Denn genau diese Werte entscheiden darüber, ob ein Atomunfall überhaupt und in welchem Umfang „gefährlich“ werden kann. Das US-Energiedepartement ist hier klar, jeder der lesen kann, versteht aufgrund der offiziellen Erklärung sofort, um was es sich dabei handelt. Selbst ein wenig allgemeingebildeter Redaktor von Focus Online sollte in der Lage sein, den minimalen Aufwand einer seriösen Recherche durchführen zu können. Er muss es aber wollen. Bei Focus Online wollte das niemand machen. Focus Online hat diesen problematischen Artikel der Plattform „Smartup-News“ abgekupfert. Es handelt sich demnach um das oft gesehene Potenzieren von Fake-News mittels der Verbreitung auf möglichst viele Medien. Das erzeugt die notwendige Aufmerksamkeit im Internet. Auch auf der Originalplattform Smartup-News finden sich keine wesentlichen Informationen zum Unfall. Der Leser muss selber recherchieren und findet im Dokument des US-Energiedepartements die wesentlichen Informationen, die uns sowohl Focus Online wie auch Smartup-News vorenthalten tut:
Übersetzung: „Fissionsgasfreisetzung. Ein großer Teil der Radioaktivität, die aufgrund des Schmelzens des Brennstoffs aus dem Brennstoff freigesetzt wurde, wurde im Natriumkühlmittel zurückgehalten, aber ein Teil der Radioaktivität sammelte sich im Deckgas über dem Natriumkühlmittel im Reaktorbehälter. Diese Radioaktivität im Deckgas bestand hauptsächlich aus Krypton-85, Xenon-135 und Xenon-133 und war derselbe Typ von Radioaktivität, der während des normalen Betriebs des Versuchsreaktors in kleineren Mengen auftrat.„
Schon mit diesem kurzen Ausschnitt lässt sich sofort feststellen: Es handelt sich bei den Emissionen um radioaktives Edelgas. Nun wissen wir auch, dass das damals emittierte Xenon längst verschwunden sein muss, denn die Halbwertszeit dauert lediglich etwas mehr als 5 Tage. Nach 67 Jahren seit dem Unfall ist davon längst nichts mehr vorhanden. Auch das Edelgas Krypton-85, das mit einer Halbwertszeit von ca. 10 Jahren wesentlich länger radioaktiv bleibt, ist längst in die weite Welt entschwunden. Radioaktive Edelgase sind „nicht Aerosol bildend“ und deshalb verflüchtigen und verdünnen sie sich in der Atmosphäre innert weniger Stunden. Im Gegensatz zu Cäsium 137, das bei den grossen Atomhavarien in Tschernobyl und Fukushima emittiert wurde und welches eben auch „aerosolbildend“ ist, sind die Edelgase Xenon und Krypton längst nicht mehr gesundheitsgefährdend. Nicht im Geringsten. Aber trotzdem wäre auch hier die Menge an emittiertem Edelgas ein wichtiger Faktor, der dem Leser mitgeteilt werden sollte. Fokus Online und Smartup-News lassen ihre Leser darüber im Nebel stehen. Im Dokument des US-Energiedepartement finden wir sofort, was wir suchen:
Übersetzung: Basierend auf Messungen der Abgaszusammensetzung und des Volumens wurden auf diese Weise ungefähr 28 Curie Krypton-85 (Halbwertszeit 10,7 Jahre) und Xenon-133 (Halbwertszeit 5,25 Tage) freigesetzt. Diese Freisetzung führte zu einer maximalen Strahlenexposition außerhalb des Geländes von 0,099 Millirem und zu einer Exposition am Standort des nächstgelegenen Bewohners von 0,018 Millirem. Diese Dosen sind im Vergleich zu den heutigen jährlichen Grenzwerten der NRC und DOE für unbegrenzte Bereiche um Kernanlagen herum (100 Millirem/Jahr) und zum heutigen EPA-Grenzwert für Freisetzungen in die Luft (10 Millirem/Jahr) niedrig. Sie sind auch niedrig im Vergleich zur durchschnittlichen jährlichen Hintergrundstrahlung in den USA von 300 Millirem/Jahr. Im Jahr 1959 lag der AEC-Grenzwert für die Strahlendosis an die Öffentlichkeit in unbegrenzten Bereichen bei 500 Millirem/Jahr. Die anderen Spaltprodukte blieben im Primärkühlmittel zurück und wurden während der Reinigungsarbeiten entfernt. Zusammenfassend wurden 28 Curie Spaltgase in die Umwelt freigesetzt. Diese wurden schnell verteilt. Es wurden keine partikulären Spaltprodukte oder Kernbrennstoffe freigesetzt, die möglicherweise auf den Boden „niederschlagen“ könnten.
„Curie“ und „Millirem“ sind veraltete Bezeichnungen für Strahlenmengen. Umgerechnet zu aktuellen Werten bedeuten obige Angaben folgendes:
- 28 Curie sind 1’036’000’000’000 Bequerel (Anzahl Zerfallsprozesse pro Sekunde)
- 0,099 Millirem entspricht 0.99 µSv (Mikrosievert=Ein Millionstel Sievert) Sievert ist die moderne Dosisbezeichnung. Sie misst die Äquivalentdosis der biologischen Wirkung von Strahlung auf Gewebe, berücksichtigt Strahlungsart und absorbierte Energie und hilft, Gesundheitsrisiken der Exposition zu bewerten. Es ist demnach auch der Wert, der über eine mögliche Gesundheitsgefährdung entscheidet.
- Schon alleine die Hintergrundstrahlung (natürlich vorkommende Strahlung) in den USA beträgt umgerechnet 3’000 µSv pro Jahr (3 Millisievert).
Die effektive und zusätzliche Belastung der Bevölkerung kurz nach dem Unfall (über der natürlich vorkommenden Strahlung) bei den ausgewiesenen 0,018 Millirem am Standort des nächstgelegenen Bewohners ist 0.18 µSv (Mikrosievert), demnach rund 15’000 mal geringer ausgefallen, als die Hintergrundstrahlung, die man in den ganzen USA finden kann.
Schauen wir uns zum erkennen einer Verhältnismässigkeit nun mal die Titel der Beiträge getrennt an und vergleichen sie mit der effektiv gefundenen Strahlenmenge:
- Focus Online: „67 Jahre nach Atomunfall berichten Anwohner von Krankheiten„
- Smartup-News: „Jahrzehnte nach Atomunfall in Santa Susana leiden viele Anwohner an chronischen Krankheiten„
- Darunterliegende Studie einer etwas undurchschaubaren „Society for Risk Analysis“ : „Chronic Illness Climbs Closer to a Former Nuclear Site in California„
Weil diese Plattformen ganz genau wissen, wie sie bewusst Falschmeldungen zu Atomkraft verbreiten, finden sich tief versteckt im Text heuchlerische Hinweise, die wohl 95% der Leser niemals erreichen:
- „Die Untersuchung mit 475 Befragten kann keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen den Altlasten des Geländes und den Erkrankungen belegen.“
- „Schutzmaßnahmen hängen bei den überwiegend wohlhabenden Bewohnern vor allem mit wahrgenommener Gefahr und Gesundheitsangst zusammen.“
Fazit dieser Betrachtung
Ein oberflächlicher Leser solcher Falschmeldungen lässt sich vom Wortlaut des Titels verängstigen. Das ist die zentrale Absicht solcher Medienbeiträge. Im Beitrag gibt es keine exakten Angaben zu den Strahlenwerten und auch nicht zu den Strahlenmengen. Diese Berichterstattung ist absichtlich grobfahrlässig. Ein seriöser Journalist oder eine seriöse Medienplattform lässt sich auf solchen Informationsdreck nicht ein, ausser: Es ist die Absicht, politische Botschaften zu verbreiten. DAS sind keine journalistischen Patzer oder Hoppla-Sorry – Fehler. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir seit Jahrzehnten von NGOs, Medien und falschen Wissenschaftlern für Dumm verkauft werden. Davon sind nicht nur oberflächliche Plattformen wie Focus Online oder kaum zuordnungsfähige Internetseiten wie Smartup-News betroffen. Solch abenteuerliche Fehlkonstruktionen zur Verängstigung der Bevölkerung finden sich sehr häufig auch bei SRF Tagesschau und ARD Tagesschau. Dahinter stecken immer vermeintlich seriös arbeitende Journalisten mit einem klaren Fokus auf die Produktion von bestellten Fake-News. Der unbedarfte Leser wird hier systematisch betrogen. Er soll als demokratischer Wähler dahin manipuliert werden, extrem unwissenschaftliche Entscheidungen zu treffen.

